Vapcell K10 1000 mAh im Test

2026-02-02
Author: habichtfreak
Original article link: https://akkutests.de/test-vapcell-k10.html

Vapcell K10 1000 mAh im Test

Februar 2026



Einleitung, Transparenzhinweis und ein bisschen Geschichte:

Wir schreiben das Jahr 2018. Ich habe mir eine Kronos X5 (BLF Special Edition) gekauft und brauchte einen passenden Akku. Die Lampe zieht, mit dem richtigen Akku, bis zu 5A. Das besondere(s unvernünftige) an der Lampe: Die Temperaturregelung lässt sich komplett deaktivieren. Heißt: andere Lampen regeln nach 2-3 Minuten (deutlich) herunter, die Kronos X5 kann man nach dieser Zeit nicht mehr schmerzfrei in der Hand halten. Absolut unvernünftig, aber es zeigt dennoch eindrucksvoll was damals in einer Serienlampe möglich war. Die Helligkeit sinkt nur, weil die Akkuspannung mit der Zeit immer weiter absinkt. Je höher die Spannung ist, die der Akku liefern kann, je länger bleibt die Lampe hell:




Aber welcher Akku ist für die Lampe geeignet? Damals gab es vermutlich nur ein oder zwei Rohzellen die für hohe Ströme geeignet waren. Wer der Fertiger war/ist, weiß ich nicht. Kaufen konnte man sie unter folgenden Namen:

  • Vapcell INR14500 650 mAh
  • Windyfire IMR14500 600 mAh
  • Shockli IMR14500 660 mAh
  • Enercig EC-14500HP 650 mAh
  • Enercig TN14500HP 650 mAh

Die letztgenannten habe ich mir damals gekauft. 2020 machte das 14500er Format einen großen Sprung bzl. einer neuen Zelle für hohe Ströme. Auch bei dieser weiß ich nicht, wer der Fertiger ist. Vapcell ist es nicht, auch wenn sie nicht müde werden sich als Akkuhersteller zu präsentieren. Kaufen konnte man sie z.B. als:

  • Vapcell H10 1000 mAh
  • Shockli IMR14500 1050 mAh

Etwa 1000 mAh war damals auch die maximale Kapazität im 14500 Format. Modelle wie der zeitgleich erschienene Vapcell L10 erreichten zwar ein paar mAh mehr, aber für eine hochstromfähige Zelle waren die etwa 1000 mAh (real eher 950 mAh laut diversen Tests) noch immer beeindruckend. Ebenso beeindruckend war die hohe Spannungslage dieser Zelle. 10A, was immerhin 10C entspricht, war und ist bis heute beeindruckend für eine 14500er Zelle. Auch 6 Jahre später gibt es keine bessere Zelle. Zumindest ist mir keine bekannt.

Shockli gibt es als Anbieter gar nicht mehr und der H10 wurde von Vapcell vom Markt genommen. Ersatzweise wurde das neue Modell K10 vorgestellt. Ebenfalls 1000 mAh, aber nur noch 8A statt 10A (CDR). Klingt wie ein Downgrade, weil es genau das ist. Aber: der K10 ist alternativlos, ebenso wie es die H10 die letzten Jahre waren. Du brauchst einen 14500er Akku der hohe Ströme liefern kann? Dann ist der K10 vermutlich die beste (und derzeit einzige) Wahl. Wie sich das neue Modell schlägt, auch im Vergleich zum H10, klärt dieser Test.

Die Akkus für diesen Test wurden mir von Light-Chris aus dem Taschenlampen-Forum kostenlos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank.



Eckdaten (Herstellerangaben):


  • Format: 14500
  • Kapazität: 1000mAh
  • Min. Kapazität: 900mAh
  • CDR: 8A
  • Energie: 3,70 Wh (gemessen 3,98 Wh)


Messwerte:




Durchschnittliche Spannung ähnlich großer Akkus:






Maximale Temperaturen:






Auswertung:

An den aufgedruckten 1000 mAh bestehen keine Zweifel. Mit im Schnitt 1070 mAh wird die Angabe von Vapcell sogar leicht übertroffen. Das ist tatsächlich eine Steigerung gegenüber den H10, die nicht nur in meinem Test, sondern auch im Test bei HKJ und Mooch „nur“ auf etwa 930 - 950 mAh kamen. Auch wenn die maximale Kapazität bei diesem Akku sicherlich nicht das entscheidende Kaufargument ist, in diesem Punkt sind die neuen K10 besser als die H10. Aber wer viel Kapazität im 14500 Format sucht, bekommt mit den F15 nochmal rund 50% mehr.

Viel interessanter wird es bei der Spannungslage …



K10 vs. H10:

Schaut man sich beide Akkus einmal genau an, fällt einem sofort etwas ins Auge …




Nein, ich meine nicht den offensichtlichen Rechenfehler beim H10 (denn 3,7V * 1Ah sind nicht 3,6Wh, sondern 3,7Wh). Aber ja, ich meine die unterschiedliche Nennspannung die sich aus 3,6 bzw. 3,7Wh ergibt. Auf beiden Akkus steht zwar 3,7V, rechnerisch sind es bei H10 aber eigentlich 3,6V. Natürlich ist die Nennspannung keine tatsächlich anliegende Spannung, und 3,6 V sowie 3,7 V werden in der Praxis gleichbedeutend verwendet. Von allen Herstellern. Keeppower hat vor einiger Zeit mal einen Artikel veröffentlicht der erklärt, warum man mal 3,6V und mal 3,7V auf Akkus (oder auch Akkuspacks, Powerbanks, etc.) findet. Als Eselbrücke kann man sich merken:

Große Zahlen verkaufen sich besser, also schreiben viele Hersteller lieber 3,7V statt 3,6V drauf. Muss der Akku oder das Akkupack aber flugzeugtauglich sein (maximal 100 Wh sind erlaubt), dann wird plötzlich 3,6V zur Berechnung der Energiemenge verwendet. Beides ist nicht falsch, die Nennspannung ist eben keine tatsächliche Spannung. Die liegt meist irgendwo in diesem Bereich.

Was hat das aber mit den K10 und H10 zu tun? Der K10 (3,7Wh) hat rein rechnerisch eine 100 mV höhere Spannung als der H10 (3,6Wh). Und die sind im Test tatsächlich zu sehen:

  • K10: 3,727 V (@ 0,1A)
  • H10: 3,630 V (@ 0,1A)

97 mV mehr, vielleicht ist es nur Zufall. Was kein Zufall ist: Die durchschnittliche Spannung über die gesamte Messung (bei etwa 0,1C) aller Li-Ionen Akkus die ich bisher vermesse habe, war bei keinem Akku so hoch wie bei den K10. Echte (messbare) 3,7V oder mehr, hat kaum ein Akku erreicht, den ich getestet habe. Chapeau!

Aber wie sieht es bei den hohen Strömen aus?




Auch bei 0,5A liegt der K10 noch in Führung. Bei 2,5A liegen beide Akkus bzl. ihrer durchschnittlichen Spannung gleich auf. Bei 5A fällt der K10 schon ein gutes Stück zurück. Vapcell selbst wirbt damit, dass der K10 selbst bei 5A besser wäre als der H10. Das klingt wenig realistisch. Warum sollte ein Akku, der "nur" 8A (CDR) hat, bei 5A besser sein als ein Akku mit 10A (CDR)? Ja, der K10 hat eine höhere Spannung als der H10. Bei sehr geringen Strömen, aber nicht mehr bei 5A. Zumindest nicht nach meinem Messungen.


Laut Vapcell Meine Messungen
K10 @ 0,5A: ⌀ 3,69 V ⌀ 3,69 V
K10 @ 5A: ⌀ 3,44 V ⌀ 3,41 V
K10 @ 10A: ⌀ 3,27 V ⌀ 3,22 V
H10 @ 5A: ⌀ 3,39 V ⌀ 3,50 V

Ja, ich habe meine H10 damals nicht bis 2,5V entladen, sondern nur bis etwa 2,75V. Das beeinflusst die durchschnittliche Spannung ein wenig, zugunsten der H10. Aber im Verlaufsdiagramm kann man recht deutlich erkennen, dass die H10 bis etwa 700 mAh eine höhere Spannung haben (bei 5A). Das Diagramm von Vapcell sieht doch etwas anders aus. Ich möchte damit natürlich nicht sagen, dass Vapcell den H10 absichtlich schlechter darstellt, um den neuen K10 zu bewerben.

Unterschiede bei Messungen von Akkus gibt es immer mal. Z.B. beim H10. Legt man die Grafik HKJ und Mooch übereinander, liegt der Unterschied bei 10A bei etwa 100mV. Bei 15A sind es sogar 200mV. Beide haben den H10 Anfang 2020 getestet, dürften also Exemplare aus der ersten Charge bekommen haben. Ist deswegen einer der beiden Tests falsch? Das würde ich nicht sagen. Sicherlich haben beide gewissenhaft getestet. Messaufbau und Umgebungstemperatur kann man überprüfen. Aber ob man einen sehr guten Akku erwischt hat oder einen etwas schlechteren, dass weiß man als Tester (im Vorfeld) nicht. Wie dem auch sein, ich wollte mit diesem Beispiel nur aufzeigen, dass die 50mV Unterschied zwischen meine Messung und der von Vapcell nicht bedeutet, dass eine der beiden Messungen falsch ist, oder das Vapcell etwas beschönigt hat. Ja, es gibt kleine Unterschiede, aber ich würde die Messungen zum K10 die Vapcell selbst veröffentlicht hat, als realistisch bewerten.



Fazit:

Die Vapcell K10 bieten etwas mehr Kapazität als die Vapcell H10. Dafür sind sie bei hohen Strömen etwas schlechter. Nicht in Bezug auf die Kapazität, sondern auf die Spannungslage. Genau das war auch bei „nur“ 8A (CDR) zu erwarten. Eigentlich stand an dieser Stelle schon der Satz „Die Vapcell K10 sind vor allem auch eins, nämlich alternativlos. Denn welchen Akku könnte man derzeit für leistungshungrige Taschenlampen sonst kaufen?“

Eine Antwort habe ich auf diese Frage hatte ich bis wenige Tage vor Veröffentlichung dieses Tests auch nicht. Aber dann trudelten vorgestern zwei Exemplare eines Akkus bei mir ein, von dem ich wenig erwartet hätte. Gekauft bei Aliexpress, 2,20€ pro Stück (versandkostenfrei), angegebene 1000 mAh und 1A (nicht 10) CDR. Von dem Hersteller hatte ich schonmal Akkus getestet (1,5V) und die Herstellerangaben konnte ich nicht nachvollziehen. Das wird auch beim Test ihrer 14500er Akkus so sein, aber diesmal im positiven Sinne. Leider habe ich es in der Kürze der Zeit nicht mehr geschafft die Ergebnisse hier mit zu berücksichtigen, da noch einige Messungen fehlen. Aber soviel sei schon verraten: Es gibt eine Alternative zum K10. Und sie ist verblüffend preiswert.

Nachtrag: Der Test ist dann doch noch fertig geworden, pünktlich zum Februar Update: Review: VariCore VC-1410S 1000 mAh (14500) im Test